das fotografische Auge

Der gewählte Winkel und Ausschnitt entscheiden beim Fotografieren über die Aussage eines Fotos und seine Wirkung:


Das erste Foto legt den Schwerpunkt auf die Platzierung des Pferdekopfes im Torbogen.


Das zweite Foto stellt die Schönheit des Pferdekopfes in den Vordergrund.


Das dritte Foto dokumentiert den Pferdekopf in seinem Rahmen.


Alle drei Fotos haben ihren Wert und ihre Daseinsberechtigung. Aber sie zeigen auch, wie man das gleiche Motiv im selben Licht - nur etwas anders positioniert und mit Taubenshit beglückt - komplett unterschiedlich fotografieren kann.

Die Fähigkeit, dies sehen zu können, nennt man das fotografische Auge. Tatsächlich ist es aber eher ein Gefühl. Für Proportionen, Harmonien und Anmutungen. Vergleichbar in der Musik mit dem absoluten Gehör, also der Fähigkeit, Töne exakt hören und wiedergeben zu können. Deshalb fühlen sich für einen guten Fotografen schlecht proportionierte, chaotische Fotos genau so an wie für einen Musiker falsch gesungene Lieder oder falsche Töne.

Wer jetzt meint, mit den oberen drei Pferdekopfbildern sei die Macht des Winkels erschöpft, der irrt. Wo die oberen drei Bilder eher neutral/ruhig dokumentieren, zeigen die folgenden drei Fotos emotionalere/ lebendigere Anmutungen: